14 März 2021

Wesentliche Dinge

Liebe Beate,

Oft vergisst man vor Arbeit und Reichtum-Generierung die wesentlichen Dinge: Freundschaft, Familie und vor allen Dingen sich selbst.

Ein Anwalt meinte mal zu mir dazu, meine Kinder kamen auf die Welt und dann studierten Sie schon und ich merkte, dass ich den Teil dazwischen zu genießen und richtig wahrzunehmen verpasst hatte.

Kinder sind es, die noch frei und unbefangen Emotionen fühlen und sich selbst spüren. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden, mit den falschen Kompetenzen ausgestattet, verlieren sich diese Dinge. Wer sich bis ins hohe Alter die Freiheit nimmt, so zu sein wie man ist und sich nicht zu dem machen lässt, was die Gesellschaft für richtig hält. Denn auch ich und du sind diese Gesellschaft und haben genauso das Recht, die Minderheit dieser Gesellschaft zu sein, die Dinge anderes sieht als der ganze Rest. Es findet viel zu wenig kreative Entfaltung statt und ohne dieses Internet hätten wir in der modernen Zeit vermutlich noch weniger kreative Köpfe, die etwas bewirken.

Vielleicht sind unsere Briefe & Podcasts nicht relevant im Hier und Jetzt und nur wenige lesen und belauschen unsere Gespräche. Aber am Ende zählt doch nicht wirklich, was jemand Materielles hinterlässt. Sondern was er geschaffen hat und die Geschichten und Erzählungen hält die Menschen weiter im Leben. Ich höre gerne solche Geschichten von Menschen der Vergangenheit, auch wenn es keine Weltliteratur ist oder Erzählungen von großen Bauwerken sind. Wertschätzung kann auch über den Tod hinaus gehen, für das, was ein anderer einmal geleistet hat und selbst voller Stolz bewundert hat. Jeder darf sich auch mal selbst bewundern für Dinge, die er getan hat, aber natürlich auch Selbstkritik üben bei Sachen, die nicht so gut gelaufen sind. Dadurch wächst man auch an Erfahrung und Wissen. Fehler sind menschlich und manche Fehler führten am Schluss auch zu positiven Ereignissen, wie auch zu sehen bei der Entstehung von Erfindungen.

Das Glücklichsein im Leben zu erreichen und dauerhaft zu erlangen ist wohl der größte Reichtum, der auf Erden erlangt werden kann. Dies versucht jeder auf seine Art und Weise, am Schluss merkt jeder, es sind die einfachen Dinge, die dazu führen.Fans zu haben für die Dinge die man tut und schafft, kann beflügeln und zu Grandiosen Ideen führen

Manchmal führt auch ein Telefonat oder ein Brief oder das Strahlen deiner Augen über ein Überraschungspaket zum Glücklichsein.

Fühl Dich gedrückt.

Beste Grüße Dein

 

Alex

 

PS.: Ich Denk an Dich

3 März 2021

Urlaubsreif

Sind wir jetzt nicht alle langsam ein wenig urlaubsreif? Und ich meine nicht einen kurz Trip in den nächsten Baumarkt. Irgendwie sehne ich mich mal nach Luftveränderung und anderen Landschaften. Ja, ich gebe zu, mir fällt nun auch langsam die Decke auf den Kopf, trotz 50 Mbit Leitung und zukünftigem Glasfaseranschluss mit mehr. Auch ist das Gefühl, wieder Nachhause zu kommen, nicht zu unterschätzen. Denn das ist es doch auch: Dieses Gefühl, endlich wieder nach Hause zu kommen und zu wissen, in welcher Schublade die Gabeln sind und in welchem Schrank die Kaffeetassen.

Du hattest ja schon erwähnt, dass du gerne die Vergangenheit bereisen möchtest. Das klingt nach einer charmanten Idee, das Vergangene nach vielen Jahren noch mal zu besuchen. Ich mach das in Bezug auf meine Heimat fast jährlich und erinnere mich auch gerne daran, wie sich Gebäude, Stadt und Leute verändern oder weiter entwickeln. Auch wenn an manchen Stellen wenig Veränderung stattgefunden hat und nur die lokalen Geschäfte abgeklebt oder das Schild “Zu vermieten” nur noch kaum lesbar ist, da es schon so lange die Sonne ertragen musste.

Wir müssen noch eine Zeitlang Geduld haben, können aber durchaus in Gedanken in die Ferne schweifen. Wir werden sehen was passiert und schwelgen ein ums andere Mal in der Melancholie des Alltags.

 

Beste Grüße Dein

 

Alex

 

PS.: Ich Denk an Dich

 

 

22 Februar 2021

Nicht alles ist ein Zuckerschlecken

Liebe Beate,

Jemanden zu lieben ist einfach, wenn alles gut läuft. Es ist schwer zu bleiben, wenn Ärger kommt, nicht alles ist ein Zuckerschlecken. Wir wissen, wovon wir sprechen. <3
Mit diesen schönen Zeilen aus einem Lied  von Marcos e Belutti aus Brasilien beginne ich die ersten Briefzeilen 2021 an Dich. In diesem noch kurzen Jahr konnten wir schon viele wunderschöne Momente miteinander teilen. Ob zu Zweit oder auch zu Dritt mit unserer Domina 🙂 . Oft verfasste ich endlose Briefe in meinen Gedanken an Dich und brachte Sie nicht auf die Tastatur. Aktuell fasziniert mich eine schier unbegrenzte Vielfalt an Kommunikationsmöglichkeiten. Die Frage, können wir eine Videokonferenz machen, ist nicht so einfach zu beantworten wie ein schöner gemeinsamer Abend, der mit der Frage endet, gehen wir zu Dir oder zu mir. Es erfolgt nämlich die Gegenfrage,  mit welchem Tool Teams, Zoom, Signal, FaceTime, Bluebutton , Jitsi … usw. (Anbieter, die jetzt noch fehlen, hier einfügen, ich habe den Überblick verloren). Was war das für eine schöne Zeit, in der die Frage schnell und gut beantwortet werden konnte. Heute muss ich minimal 10 Tools installieren, weil es schier unbegrenzte Möglichkeiten gibt. Es stellt sich auch die Frage, ob der Viert-Klässler seiner Herzensdame heutzutage ein Doodle sendet, um die Antwort  auf seine Frage “Willst Du mit mir gehen? Ja/Nein/Vielleicht” zu bekommen.
Jeder hat zwar jede Menge Zeit, um über sich und die Zukunft nachzudenken, aber wirkliche Lösungen finden sich nur an Stellen, an denen die Lösung kein konkretes gravierendes Problem behebt. Was mir aber auffällt: Der Frühling naht und bringt frische Ideen und Innovationen wieder und vertreibt das Kalte und Graue des Winters. Die ersten Blumen begrüßen den Frühling schon.
Vielleicht reicht schon eine Pfütze Dachschaden, um in diesem Leben zu Recht zu kommen.
Ich sende Dir die schönsten Frühlingslichtblicke in Dein Zuhause.
Dein
Alex
P.S. Ich denk an Dich
22 Februar 2021

Vernünftig können wir nicht

Lieber Alex,

du hast mir schon ganz lange nicht mehr geschrieben. Wir machen seit neuestem so viel zusammen, dass unsere Briefe einfach zu kurz kommen. Vielleicht haben wir uns durch den sonntäglichen Podcast schon alles gesagt. Aber dennoch überkommt mich eine Traurigkeit, wenn ich keine Briefe mehr von Dir bekomme. Briefe sind doch viel vertraulicher, viel intensiver, weil ich erst darüber nachdenken muss, was ich schreibe. Ein paar aufgenommene, gesprochen Worte, die zwar spontan, jedoch vorsichtig formuliert werden, können einen Brief nicht ersetzen, da er beständiger ist, sich wie für immer geschrieben anfühlt. Eigentlich wollten wir einen lustigen Podcast machen, allerdings finden wir uns immer wieder bei sehr ernsten Themen wieder. Ob das die Zeit, der uns immer wieder einholenden Pandemie ist, oder sind wir ernst und vernünftig geworden? Nein, vernünftig sind wir nicht! Dafür haben wir zu viele Ideen. Um es mit Deinen Worten zusammenzufassen,

„Ich war so gut vorbereitet, bis du Fragen gestellt hast.“

Lass uns weiter auf unser Leben vorbereitet sein, bis einer Fragen stellt, um zu reagieren ist dann immer noch Zeit genug.

Deine Beate

P.S. Ich denk an Dich

22 Dezember 2020

Weihnachtsgeschenk

Lieber Alex,

ich habe ein Geschenk für Dich. Nun, eigentlich ist es auch ein erzwungenes Geschenk von Dir an mich. So ist es mit Geschenken manchmal, wie mit Ideen. Wir haben Ideen, wie unsere von der Krise gebeutelten Freunde und Freundinnen, Geschäftspartner und Geschäftspartnerinnen ihre finanziellen Engpässe überwinden sollen, oder Ihre persönliche Probleme lösen können:

“Hast Du es schon mal damit probiert, oder die xy aus Hintertupfelfingen hatte folgende Idee……….

Wenn Menschen so anfangen, möchte ich gern meistens das Telefon fallenlassen, einen Regenguss im Park über meinem Kopf niedergehen lassen oder den Zusammenbruch des Internets während einer Zoomkonferenz herbei wünschen.  Und dann in die Nacht schreien: “NEIN, und es interessiert mich auch nicht, weil es nichts mit meiner Situation zu tun hat, ich nicht verblödet bin und jetzt eine halbe Stunde brauche um Dir Lauch zu erklären, warum das für mich keinen Sinn macht, und warum Du nicht, da Du ja alles besser weißt nicht selbst Admin, Schriftstellerin, Einzelhändlerin, Gastronomin, Fotografin, Fußfetischistin, Malerin, Virologin, Mathematikerin oder gar Mutter oder Vater bist. ” Dann bliebe mir die Luft auch schon wieder weg und ich hätte mich beruhigt. Würde natürlich denken, dass es alle ja nur gut meinen.

Aber gerade dieses “gut meinen” ist eine Aufgabe, eine Arbeitsanweisung oder eine Kritik an der Kompetenz der den guten Ratschlag entgegennehmenden Person. Ungefragte Ratschläge sind Müll. Sie gehören auf die allwissende Müllhalde des Internets. In die Foren der “ich habe zwar keine Ahnung, aber ich würde das so machen – Fraktion”.

Aber ich habe ein gegenseitiges Geschenk für uns. Wir machen unseren ersten Podcast. Sollte das Internet, wie wir es kennen während der Weihnachtsfeiertage trotz Oma Erna und Co. , die über ZOOM mit Ihren Enkeln sprechen müssen, noch existieren, machen wir das. Damit das nicht wie ein Arbeitsauftrag an Dich scheint, habe ich mir schon technische Ratschläge geholt.

Deine Beate

P.S. Ich denk an Dich.

1 November 2020

Oh, Du Geliebte meiner 27 Sinne

Oh, Du Geliebte meiner 27 Sinne, lange habe ich nichts von Dir gehört, aber nun wird ja wieder alles etwas entspannter. Ich versuche, die einsamen Spaziergänge im Herbstgold ohne dich zu füllen. Auch der Wein schmeckt nicht so gut ohne Deine Anwesenheit, man oder frau neigt jetzt in dieser sonnigen Herbstzeit zur Melancholie.

Mit dem langsam kommenden kalten und nassen Wetter kommt nun erneut der Lockdown und wir verbringen wieder etwas mehr Zeit Zuhause allein. Und jeder hat die besten Staffeln der Videoportale schon durch. Man versucht es dann mit den B-Waren bei den Streaminganbietern. Die Zweisamen kuscheln sich mit ihrem Partner in Decken auf dem Sofa und im besten Fall knistert im Hintergrund des Fernsehlichts der Kamin. Kinder freuen sich über heiße Schokolade und Eltern beginnen schon die Plätzenbackerei zu planen. Der Glühwein an den Weihnachtsmärkten findet dieses Jahr nicht statt.

Ein ganzes Land bewegt sich in eine solidarische Depression und ist bemüht, die sozialen Kontakte auf Web und Telefon zu begrenzen. Dies ist leider keine Episode einer Serie mit einem durchwachsenen Drehbuch zu Staffel 3. Dort wo die Filmfirma argumentiert, die Story in Staffel 3 müsse so verlaufen, um dann Dinge in Staffel 4 zu verstehen.
Nein, dies ist erst der Beginn einer langen Phase von Staffel 1, die sich langsam dem Ende fügt. Wie es dann in Staffel 2 weiter geht, erfahren wir dann wohl erst im Frühjahr.

Wir alle brauchen Kraft für viele Dinge, die wir jetzt schon vermissen und es wird noch lange dauern, bis ein gewisser Grad an Normalität kommen wird. Keiner hätte gedacht, dass jemals eine Umarmung ein Risiko sein könnte und jeder sehnt sich doch so oft nach dieser.

In dieser Woche ging ich auf Streifzug durch die Stadt, die ich seit Monaten mied. Ich konnte feststellen, dass ich dort nichts verpasst habe. Menschen, die minutenlang mit der Polizei über die Coronamaßnahmen diskutieren (Ein Akt der Verzweiflung?). Aber ich fand auch wunderschöne Herbstfarben im Englischen Garten zur goldenen Stunde, ein Farbgenuss. Vom letzten Jahr erinnere ich mich noch an einen abendlichen Besuch des Weihnachtsmarktes am chinesischen Turm, den Duft nach Mandeln und Glühwein, Kinder, die mit großen Augen Weihnachtsfiguren an den Ständen ansehen. Omas, die sich an Wollständen Wolle kauften, um noch schnell ein Paar Socken für den Enkel zu stricken. Mütter, die mit Nachbarn und Freunden bei einem Glühweinstand genüsslich lachten und erzählten, wie ihr stressiger Tagesablauf am 24. Dezember sein wird.

Ja, all das wird in diesem Jahr anders sein.

Anders gesagt merken wir doch nun, was wir als Normal ansehen und wenig beachtenswert fanden und nun sehr vermissen. So deprimierend das klingt, so sehr dürfen wir alle den Mut nicht verlieren und mit gutem Herzen an die Zukunft denken, die all diese Sachen wieder zurückholt.

Mit besten und motivierenden Grüßen

Dein Alex

P.S. Ich denk an Dich.

17 August 2020

Glamour – Schuhe und Hotels

Mit Glamour und schicken modernem Design werben Unternehmen im Internet für Produkte und Dienstleistungen. Viele davon halten was sie versprechen, andere wiederum nicht. So war das ja schon immer, jedoch eins darf man nicht vergessen.

Eine Empfehlung durch Bekannte ist auch noch heute Gold wert, Rezensionen im Netz oder vermeintliche Insider Tipps klingen meist schön, aber sind dann doch keine wirklichen Empfehlungen. Das hat natürlich der Handel auch gemerkt, welchen psychologischen Wert Bewertungen haben. Da ist es doch immer noch besser, einem neutralen Bekannten zu vertrauen.

Ich glaube nichts dass viele Männer bisher einer Frau freudestrahlend erzählt haben, dass sie sich neue Schuhe gekauft haben. Gut, dann sind die nächsten Zeilen ein paar Zeilen mehr zu dem Thema: Nach wochenlangem Hin- und Herüberlegen habe ich mir neue Schuhe gekauft. Nun gut, es sind keine Highheels oder sowas. Aber sie schauen schick aus und haben beim ersten Abendtermin ganz gut überzeugen können. Natürlich ist alles noch nicht so gewohnt und eingelaufen wie die gewohnten Schuhe.

Ich war extra in zwei Geschäften, um die Richtigen zu finden, am Ende stand ich im zweiten Geschäft vor einer großen Wand mit verschiedenen Herstellern und Varianten. Nachdem ich dann zwei Paar anprobiert hatte, wurde es dann ein Schuh mit flammender roter Spitze und der Möglichkeit den Schuh eng zu binden an den Fuß.

Voller Stolz saß ich dann beim nächsten Training mit den neuen auffälligen Schuhen auf der Bank und meine Teamkollegen schauten neugierig auf meine Schuhe. Aber dennoch ist das Wichtigste, egal bei welchem Schuh, dass sich der Träger wohlfühlt. Es wird sich die nächsten Wochen zeigen, wie erfolgreich der Schuh den Träger macht.

Wenn ein ITler ein paar Tage im Hotel verbringt oder in einer Pension, ist das eine große Herausforderung für ein Zimmer. Der Gast beschlagnahmt erstmal alle möglichen Stromquellen für sein Equipment. Nachdem das Stromnetz fast zum Erliegen gekommen ist, kommt  das WLAN dran, kann es dem Datendurst standhalten? Ist die Reichweite halbwegs ausreichend, um dem Digitalen NERD standzuhalten? So verbringe ich ein paar Tage im bayrischen Wald, um dies zu testen. Das Motto zu dieser Reise lautet Fotografieren, Wandern, Essen und auch ein wenig digitale Erholung.

Nun ist es auch noch mal sehr spannend in Lokalen zu beobachten, wie sich die anderen Gäste so daneben benehmen, dass man vermuten würde, sie bekommen einen Preis dafür. Einen Gast konnte ich beobachten wie er drei Gespräche via Freisprechfunktion führte und somit einen Teil des Restaurants erheiterte und einen andere Teil empörte.

Somit kann ich sagen, keiner will Stefan und seinen Anhang abholen und er versucht seit zwei Stunden jemand zu erreichen. Es ist erstaunlich, wie die ältere Generation über die junge Generation schimpft, aber sich teilweise schlimmer benimmt als die Jungen.

Ich wünsche Dir beste Grüße von der anderen Seite der Republik.

Cheers Dein

Alex

P.S. Ich denk an Dich.

20 Juli 2020

Geld macht nur reich

Lieber Alex,

in letzter Zeit lerne ich beruflich sehr viele neue Menschen kennen. Die Vielfalt der Personen, die nun zu meinem Bekannten- und Kundenkreis gehören nimmt ständig zu. Einige Begegnungen sind teilweise lustig, verstörend (nein nicht wirklich, ich habe ja schon alles im Leben gesehen), nervig, ungewollt und manchmal sogar anrührend.

Anrühren sind Begegnungen mit älteren Damen. Frauen, die sich im hohem Altern vor die Tür wagen, die sich auf eine Veranstaltung trauen, die Kunst, Musik, Sonne und guten Kaffee und noch besseren Wein genießen wollen. Das sind meine Vorbilder, meine Idole. Manchmal nähme ich Sie gern in den Arm, wenn auch nur in Gedanken. Ich bin auf jede von ihnen so stolz.

Begegnungen können verstörend sein

Anderer Begegnungen erfüllen mich mit großer Trauer. In der Kunstszene (bei den echten und den Möchtegernbohemien) ist es üblich eine Mäzenin oder einen Mäzen zu haben. Das ist erstmal nicht verwerflich. Auch ich habe es mit einem Unterstützer sehr weit gebracht. Aber wie skurril das Werben um eine Person mit genügend Geldpolster sein kann, konnte ich in den letzten Tagen beobachten. Ich bin unsicher, auf wessen Seite ich mich stellen soll. Der Eine oder die Eine haben Geld, der Andere oder die Andere möchte es haben. Will der Eine oder die Einen nur Gesellschaft und sich mächtig und wichtig fühlen oder will der Andere oder die Eine nur Wein und Essen ohne Gegenleistung erbringen zu wollen oder müssen.

Oh, wie toll wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen. Der Eine oder die Eine könnten sich den Wein und das Essen selbst leisten und der Millionär oder die Millionärin könnten einfach so Geld an die Kunst verteilen oder den kunstschaffenden Menschen ohne eine Gegenleistung zu verlangen und hin und wieder einen guten Wein ausgeben.

Oh! Aber das können sie ja jetzt schon, denn Geld macht nur reich.

P.S. Ich denk an Dich.

 

8 Juli 2020

Mal eben so oder Datenmessi

Liebe Beate,

Es ist doch faszinierend wie unterschiedlich Menschen sind und was Sie antreibt oder glücklich macht. Bei manchen ist es eine Kleinigkeit, bei anderen wiederum ein schickes Auto und andere wiederum sind schon glücklich damit was Sie haben. Der Kopf erzeugt oft auch falsche Vorstellungen was einen selbst Glücklich macht. Wenn es nicht um zu setzen ist, kann es ein persönliches Drama sein, unerfüllte Träume nennt man das. Andere die man umsetzen kann wirken danach manchmal bedeutungslos. 

Dann ist es wieder so das es etwas unerwartet passiert und man merkt erst einige Zeit später das es einen Glücklich gemacht hat. Schöne Erinnerungen schreibt das Leben zumal auch.

Aber ist ja auch schwierig mit dem finden und suchen von Freunden, Partnerschaften und Geschäftsbeziehungen. Die echte Freundschaft muss reifen, wie ein guter Wein durch dick und Dünn wie man so schön sagt.

Wir hatten ja das Thema Sammel Leidenschaft schon mal, in den letzten Wochen konnte ich etwas Neues erleben. Datenmessi so würde ich es bezeichnen und es gibt dazu schon eine Definition

Mit Datenmessi werden im Allgemeinen Menschen bezeichnet, die es nicht schaffen, sich von digitalen Inhalten ihrer Festplatte zu trennen.

Im kleinen kenne ich das bei vielen Kunden von mir schon, nichts löschen möglicherweise benötigt man es vielleicht mal wieder. Doch das Szenario, das ich vorfand, war schon eine größere Sache. Vermutlich hatte der Schöpfer ein System, jedoch war mir nicht ersichtlich was die Zeichen vor den Ordnernamen bedeuteten _Krimskram oder #Sonstigerkram. Zahlreiche Festplatten musste ich sichten und Ordner, die fast gleich waren sichten. Es ist nicht einfach  einen Überblick zu bekommen bei Datenvolumen von circa 18 TB. Ich begann dann einfach erst mal Platz zu schaffen und die größte Platte von 8 TB leerzuräumen. Danach das ganze halbwegs nach Art Medien, Dokumente, Bilder zu ordnen. Es ist kaum ein Unterschied, ob man einen Keller ausräumt oder diese Datenmengen. Auch wenn der Schöpfer kein Itler war, fand ich spannend, dass er Netzwerke die stark abgeschottet aufgebaut hatte. Das Netz war besser gesichert gegen äußere Angriffe wie Verschlüsselungstrojaner als so manche Firmen Netzwerke.

In einem Podcast es Chaos Computer Club erzählte ein Mitglied wir werden mit der zunehmenden Kapazität der Festplatten ein Datenchaos erreichen. Das ist wohl wahr, ungern trennt man sich E-Mail-Postfächern die 5 Jahre alt sind. Da könnten ja noch Schätze liegen wie Liebesbriefe, Facebook Romanzen oder Bilder und Texte. Eine Sortierung ist nach einigen Jahren sehr Zeitaufwendig. Aber welche frage sich stellt heute und in Zukunft, was macht man mit seinem Datenerbe nach dem Tod.

Lange hab ich nichts mehr gehört, daher warte ich hier geduldig auf einen Brief von Dir

Gruß

Alex

 

P.S. Ich denk an Dich.

 

 

 

 

11 Juni 2020

Heimat

Liebe Beate,

wie am Telefon berichtet, bin ich ein paar Tage in der Heimat und somit noch entfernter von Dir als je zuvor. Am ersten Tag eine Friedhofstour . Ich war erstaunt über verwahrloste aber sehr junge Gräber. Bei einigen dieser Gräber lagen Steine mit dem Satz „Wir vermissen Dich“. Man fragt sich beim Anblick dieser Ruhestätte, ob wohl der verstorbene selbst diesen Stein dort hingelegt hat.

Die Heimat, die ich vor beinahe 30 Jahren verlassen habe, lässt vor Ort hier und da einige Erinnerungen wieder aufleuchten. Wie überall verschwinden hier Häuser und neue modernere Bauwerke verändern das Stadtbild. Das Saarland ist eine Mischung aus Industrie, die langsam immer weniger wird, und vieler Wälder und wunderschöner Natur.

An das ehemalige Kohlengebiet erinnern nur noch einige Fördertürme und die künstlichen Berge. Denn alles, was die Bergleute aus der Erde geholt haben was keine Kohle war, wurde getürmt und heute finden sich deshalb viele Berglandschaften in den Orten, in denen es eine Grube gab. Vielleicht waren es auch einige Saarländer, die in Bayern waren und die Berglandschaft gesehen haben dort und dann meinten wir bauen uns auch sowas. Die Bergehalden können heute bestiegen werden und ganz langsam wachsen an den Hängen Pflanzen und Bäume. Eine Almhütte zum Einkehren oder Kühe konnte ich bisher auf dieser Alm noch nicht finden, auch im Saarland ist nicht alles perfekt.

Oft wird das Saarland belächelt, meist von Menschen, die nie einen Fuß hierhin setzten, aber all jene die das kleinste Bundesland besuchen, kommen gerne wieder. Genießen die Aussicht an der Saarschleife und das ein oder andere Glas Wein in Saarburg, dazu einen leckeren Flammkuchen. Die Menschen sind hier etwas offener als in Bayern, meinem jetzigen zu hause, mag vielleicht daran liegen das Menschen aus Frankreich und Luxemburg seit vielen Jahrzehnten hier arbeiten und die Landeshauptstadt besuchen.

Heimat ist immer klar definiert, dort wo man herkommt. Zuhause ist flexibel und verändert sich über das Leben hinaus, manche finden nie nachhause und irren umher. Auf der Suche nach einem Platz an dem Sie sich geborgen und wohlfühlen.

Mein Zuhause ist vielleicht ein Glas Wein mit Dir auf Deinem Balkon und einem wunderschönen Ausblick auf das Wasser.

 

wunderschöne Grüße

 

Alex

 

P.S. Ich denk an Dich.